Nicht eingeklickt zu sein, ist auch für andere Nutzergruppen ein Vorteil. Jeder mit einer Knie- oder Knöchelverletzung wird es schätzen, nicht in einer festen Position auf dem Pedal fixiert zu sein und sich nicht seitlich drehen zu müssen, um die Schuhplatte vom Pedal zu lösen. Anfänger und weniger erfahrene Fahrer profitieren von Flat-Pedalen auf und abseits der Strasse. Wenn du dir im dichten Verkehr oder vor einem technischen Trail-Abschnitt keine Sorgen um das Ausklicken machen musst, hilft das enorm, Vertrauen aufzubauen und Stress abzubauen.
In diesem Ratgeber haben wir sechs der besten Flat-Pedale aus zahlreichen Tests in die engere Wahl genommen. Unser Gesamtsieg geht an das Crankbrothers Stamp 3 für seine herausragende Leistung auf ausgedehnten Bikepacking-Trips durch ganz Europa.
Spezifikationen
Du kannst weniger für ein Set Pedale ausgeben; du kannst aber auch deutlich mehr investieren. Das Crankbrothers Stamp 3 in der Grösse Small trifft jedoch genau den perfekten Kompromiss aus Leistung und Preis. Von der eleganten, dünnen Plattform mit exzellentem Grip bis hin zum geringen Gewicht und der vollständigen Wartbarkeit des Pedalkörpers ist das Stamp 3 ein hochwertiges Pedal, das an einem ähnlich gut ausgestatteten Velo eine hervorragende Figur macht.
Dieses Modell bewährt sich perfekt auf mehrwöchigen Bikepacking-Trips, auf Schotterwegen und bei extrem langen Tagesetappen. Obwohl die Plattformgrösse als "Small" angegeben ist, sind die Proportionen für die Schuhgrösse 43 ideal. Sie bieten umfassenden Halt und wirken keinesfalls klobig.
Einziger Kritikpunkt: Man kann die Pins zwar von beiden Seiten des Pedals erreichen, die serienmässigen Pins haben jedoch nur auf einer Seite eine Aufnahme für Inbusschlüssel. Wenn du die Pins also an einem Stein ruinierst, musst du sie herausbohren. Diese gegen Madenschrauben auszutauschen, in die auf beiden Seiten ein Inbusschlüssel passt, mag anfangs ein etwas fummeliges Upgrade sein, könnte dir aber später viel Ärger ersparen.
Wenn du ein Hybrid-Velo oder Gravelbike für den Alltag hast, sind die DMR V6 Pedale eine grossartige Option für ein Upgrade von Standard-Flachpedalen. Das Nylonpedal hat eine breite Plattform mit zehn durchgehenden Mountainbike-Pins. Die V6-Pedale punkten bei Pendler-Velos durch hohen Komfort und guten Halt. Die vier herausnehmbaren Reflektoren unterstreichen zudem die Tauglichkeit für den urbanen Einsatz.
Während Nylon seine Vorteile hat – es zerkratzt dir nicht die Schienbeine und sorgt für ein geringes Gewicht –, ist es nicht das langlebigste Material. Wenn du die V6-Pedale im harten Offroad-Einsatz richtig forderst, verschleissen die Pins sehr schnell. Diese Pedale sind ausserdem nicht wartbar. Sobald die Pins abgenutzt sind oder das doppelte DU-Gleitlagersystem aufgibt, müssen sie entsorgt werden. Daher empfehlen wir, diese Pedale primär für Stadt- oder Pendler-Velos zu nutzen.
Das beste Flat-Pedal für den sportlichen Pendler
Trotz des Namenszusatzes "Trail" eignen sich diese Pedale besser für ein Alltags- oder Pendler-Velo als für ein reines Offroad-Velo. Die Gummistollen bieten auf technischen Trails nicht die Traktion herkömmlicher Pins. Andererseits ruinieren sie dir auch nicht die Schuhsohlen oder die Schienbeine. Für Schotterwege und unbefestigte Strassen sind sie völlig ausreichend. Integrierte Reflektoren erhöhen die Attraktivität der Pedale im Strassenverkehr.
Die Vibram-Einsätze sind austauschbar. Das bedeutet, dass du deine Pedale anpassen und die Beläge bei starker Abnutzung ersetzen kannst. Das Vibram-Material ist jedoch robust genug für regelmässiges Velofahren auf der Strasse und sollte sehr lange halten. Darüber hinaus ist das Pedal vollständig wartbar.
Das Race Face Aeffect Pedal ist eine äusserst robuste und langlebige Option, die dem harten Einsatz auf Trails oder den Strassen der Stadt problemlos standhält. In der Praxis wehren sie zahlreiche Steinschläge und den gelegentlichen Zusammenstoss mit Strassenmobiliar souverän ab. Es handelt sich jedoch um ziemlich klobige Pedale, die optisch nicht zu jedem Velo passen.
Dafür sind sie für ein Flat-Pedal mit Metallkonstruktion und vollständig wartbaren Lagern und Pins sehr preiswert. Wenn du ein filigraneres Design möchtest, musst du tiefer in die Tasche greifen. Beachte zudem, dass die serienmässigen Pins sehr aggressiv sind. Für Gravel- und Trail-Fahrten ist das perfekt. Für den Einsatz in der Stadt solltest du jedoch eventuell die mitgelieferten Unterlegscheiben an den Pins anbringen, um deren Höhe zu reduzieren und deine Arbeitsschuhe vor unnötigem Verschleiss zu bewahren.
Die Upgrade Crosstown Poly Pedale verfügen über einen Körper aus Polypropylen und eine Stahlachse mit abgedichteten doppelten Gleitlagern. Das sorgt für eine lange Lebensdauer, da die Dichtung das Schlimmste vom Wetter fernhält. Das Pedal hat eine rutschfeste Oberfläche, die flachen Schuhen perfekten Halt bietet. Das Gewicht von 327 Gramm pro Paar ist für diesen Pedaltyp Standard.
Die Anti-Rutsch-Oberfläche ist bei verschiedenen Schuhtypen sehr effektiv, besonders bei glatten Lederschuhen fürs Büro. Es fühlt sich an wie grobes Schleifpapier, ist aber sehr gut verklebt und nutzt sich nicht leicht ab. Die konkave Form vergrössert die Kontaktfläche bei mehr Druck, und es sind zudem integrierte Sicherheitsreflektoren vorhanden. Sie bieten ein sehr angenehmes Fahrgefühl, bei dem die Füsse auch über holprige Strassenabschnitte sicher platziert bleiben. Zu diesem fairen Preis sind sie absolut empfehlenswert für Pendler- und Alltags-Velos.
Das Look Geo City ist primär ein Pedal für das städtische Pendeln und Alltags-Velos. Der Körper besteht aus einem Verbundstoff, während eine Cro-Mo-Stahlachse zum Einsatz kommt. Hochwertige und gut abgedichtete Lager sorgen für eine aussergewöhnliche Langlebigkeit. Die Pedale drehen sich sehr sanft, und eine mit einem Gewinde versehene, wetterfeste Endkappe ermöglicht ein einfaches Nachschmieren bei anstehenden Wartungsarbeiten.
Look gibt an, dass die Geo City Pedale Verbundstoff-Stollen und ein geformtes Gummi-Multi-Grip-System nutzen, um einen festen Stand zu garantieren. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sie nicht ganz so griffig sind, wie sie aussehen. Das Material fühlt sich recht hart an. Mit Turnschuhen mit Gummisohle funktionieren sie wunderbar, bei flachen Arbeitsschuhen rutscht man jedoch leichter ab.
Diese Pedale werden ausschliesslich mit einem 8-mm-Inbusschlüssel an den Kurbeln montiert. Achte darauf, dass das Look-Logo aus der Fahrerposition lesbar ist, wenn du sie montierst, da es ansonsten keine weiteren Hinweise gibt, welches das linke und welches das rechte Pedal ist. Insgesamt sind dies schön verarbeitete Pedale, die sehr langlebig wirken – du musst nur deine Schuhe sorgfältig auswählen.
Worauf sollte ich bei der Plattform eines Flat-Pedals achten?
Zuerst solltest du die Plattformgrösse berücksichtigen. Breitere Plattformen bieten mehr Unterstützung und sind griffiger. Wenn sie jedoch zu gross sind, kann das Pedal klobig wirken und besonders abseits der Strasse störend sein. Das richtige Gleichgewicht zu finden, ist letztendlich eine persönliche Entscheidung, die von deinen Anforderungen abhängt.
Zweitens musst du dir Gedanken über das Material der Plattform machen. Pedale aus Kunststoff-Verbundstoff sind günstiger und oft leichter. Für alle Junggebliebenen bieten Verbundstoff-Pedale oft auch eine grössere Auswahl an Farben. Allerdings sehen Kunststoff-Pedale schneller unansehnlich aus und sind nicht so verschleissfest wie Modelle mit Metallkörper. Da die meisten Modelle sehr günstig sind, ist ein Austausch finanziell kein Problem. Vielleicht stört es dich aber, noch mehr Plastikmüll zu produzieren, während ein wartbares Metallpedal deutlich länger hält.
Brauche ich Pins an meinen Flat-Pedalen?
Die besten Flat-Pedale mit Pins bieten einige Leistungsvorteile gegenüber Modellen mit einem rein gezackten oder geriffelten Käfig. Pins machen die Pedale griffiger. Das bedeutet, dass du bei Nässe nicht abrutschst. Wenn du jedoch abrutschst, stellen sie ein Risiko für deine Schienbeine oder Waden dar.
Denke daran, dass die Pins auf Mountainbike-Plattformpedalen so konzipiert sind, dass sie mit dem Profil von Mountainbike-Schuhen harmonieren, die speziell für Flat-Pedale entwickelt wurden – meistens mit einem Waffelprofil aus Gummi. Wenn du vorhast, in Schuhen mit einer komplett glatten Sohle zu fahren, wie zum Beispiel Anzugschuhen für die Arbeit, können aggressive Pins die Sohlen ruinieren und dabei gar nicht so viel zusätzlichen Halt bieten.
Viele Modelle werden mit verstellbarer Pin-Höhe angeboten. Das gibt dir die Flexibilität, das für dich beste Gleichgewicht zu finden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es viel günstiger ist, abgenutzte Pins auszutauschen, als ein komplett neues Plattformpedal kaufen zu müssen. Es lohnt sich, nach einem Modell Ausschau zu halten, bei dem die Pins den Inbusschlüsselkopf auf der Rückseite haben. So lassen sie sich leichter entfernen, wenn sie abgenutzt sind.
Welche Lager sind am besten für Flat-Pedale?
Die einfache Wartbarkeit von Shimano-Pedalen erfordert nur ein paar Schraubenschlüssel (und manchmal das günstige Plastikwerkzeug TL-PD40), wodurch sie sehr lange in Schuss gehalten werden können. Viele andere Marken setzen stattdessen auf austauschbare, gedichtete Patronenlager und Gleitlager. Mit ein wenig regelmässiger Wartung lässt sich ein Set der besten Flat-Pedale erstaunlich viele Jahre nutzen.
Wenn du jedoch genau weisst, dass du das Innenleben deiner Pedale nie anrühren wirst, findest du vielleicht mehr Wert in einem Set ohne wartbare Lager, da diese in der Regel deutlich günstiger sind.
Was sind "Hybrid"-Pedale?
Das sind Pedale, bei denen du dich auf der einen Seite einklicken kannst, die sich aber auf der anderen Seite problemlos als Flat-Pedale nutzen lassen. Diese Pedale haben einen grossen Käfig um den Klick-Mechanismus herum, der Halt und Unterstützung bietet. Einziger Nachteil: Du musst das Pedal möglicherweise auf die richtige Seite drehen, bevor du losfährst. Die meisten Pedalhersteller, darunter Shimano, Look und Crankbrothers, haben entsprechende Optionen im Angebot.
Häufig gestellte Fragen zu Flat-Pedalen
Kann ich Flat-Pedale auf einem Rennvelo verwenden?
Ja, natürlich. Es spricht überhaupt nichts dagegen, Flat-Pedale auf dem Rennvelo zu nutzen. Genau wie ein Mountainbiker auch die besten Klickpedale für sein Gravelbike verwenden kann. Ein Grossteil der Skepsis gegenüber der Verwendung von Flat-Pedalen an Rennvelos oder Velos mit Dropbar-Lenkern stammt aus einer Zeit, in der Klickpedale und entsprechende Schuhe einfach viel effizienter waren. Da Mountainbike-Pedale und Schuhe für Flat-Pedale in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht haben, ist diese Wahl – sei es aus Gründen des Vertrauens oder aufgrund einer Verletzung – heute viel anerkannter als früher.
Sind Flat-Pedale besser für die Knie?
Die Meinungen gehen hier auseinander. Das häufigste Thema in dieser Debatte ist eine schlecht eingestellte Schuhplatte. Wenn du deine Klickpedale perfekt eingestellt hast, wirst du wahrscheinlich kaum einen Unterschied zwischen den beiden Systemen bemerken. Dennoch betonen viele Experten, dass Flat-Pedale dem Fuss eine weitaus natürlichere Position ermöglichen. Das sorgt für eine bessere Ausrichtung von Knie und Knöchel und reduziert die Belastung für das gesamte Bein. Flat-Pedale erlauben zudem unbegrenzte Bewegung und ständige Anpassung, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt.
Letztendlich sollte es um deine Vorlieben, deinen Komfort und dein Vertrauen gehen. Für viele könnte ein professionelles Velo-Fitting die meisten Probleme mit den besten Klickpedal-Systemen lösen, bevor man überhaupt über Flat-Pedale nachdenken muss.
Sind Flat-Pedale so effizient wie Klickpedale?
Flat-Pedale könnten dich definitiv überraschen. Es gab bereits mehrere Studien zu diesem Thema. Viele kommen zu dem Schluss, dass Flat-Pedale bei Situationen, in denen die absolute Kraftübertragung entscheidend ist (wie bei Sprints oder anspruchsvollen Anstiegen), weniger effizient sind. Wenn es jedoch nur darum geht, in die Pedale zu treten und gemütlich Kilometer zu sammeln, können die besten Flat-Pedale problemlos mithalten.
Wenn es aber um absolute Spitzenleistung geht, machen die besten Klickpedale definitiv einen Unterschied. Du musst dir nur die weltbesten BMXer, Downhill- und Cross-Country-Mountainbiker ansehen, um zu wissen, dass das Einklicken enorme Vorteile bringt.
Autor: Matt Ischt-Barnard








