Specialized Sirrus X 2.0 Test: Erschwinglich, robust und spassig
Ein urbanes Pendler-Velo, das auch vor unwegsamem Gelände nicht zurückschreckt.
Veröffentlicht vor etwa 16 Stunden
Specialized Sirrus X 2.0 Test: Erschwinglich, robust und spassig
Das Sirrus X 2.0 positioniert sich in der Sirrus X-Reihe von Specialized eine Stufe über dem Basismodell. Darüber rangieren drei weitere Velos, die in der parallelogrammartigen Rahmenform des Carbon-Modells 5.0 gipfeln.
Diese Velos sind ganz klar auf den urbanen Einsatz ausgerichtet, allerdings mit einer kleinen Besonderheit. Specialized hat mehr als 40 Jahre Erfahrung aus dem Mountainbike-Bereich in das Design des Sirrus X einfliessen lassen. Das Ergebnis ist ein Handling, das deutlich agiler ist als bei einem durchschnittlichen Hybrid-Velo.
Dadurch eignet es sich auch hervorragend für leichte Trails. Mit einer Reifenfreiheit von bis zu 50 Millimetern und einem Preis von circa 800 CHF ist das Sirrus X eine sehr fähige Flatbar-Gravel-Option für das kleinere Budget.
Der 1x9-Gang-Antrieb hält die Bedienung einfach. Die interne Zugverlegung für das Schaltwerk und die Hinterradbremse unterstreicht die aufgeräumte Optik des Sirrus X 2.0.
Specialized Sirrus X 2.0 Rahmenset
(Bildnachweis: Scott Windsor / Ourmedia) Das Sirrus verfügt über Befestigungspunkte für Gepäckträger und Schutzbleche.
Der Rahmen des Sirrus besteht aus den markeneigenen A1-Aluminiumrohren, die hydrogeformt und so gestaltet sind, dass sie einen erstklassigen Look bieten.
Die sogenannte Fitness-Geometrie orientiert sich bei der Sitzposition stärker an Mountainbikes als an schnellen, strassenorientierten Modellen.
Sowohl der Rahmen als auch die Stahlgabel sind gut ausgestattet. Der Rahmen verfügt über Specializeds eigene Plug + Play Halterungen für Gepäckträger und Schutzbleche, die mit dem Zubehörsortiment der Marke kompatibel sind. Die Gabel bietet die gleichen Halterungen für Schutzbleche sowie traditionelle Lowrider-Gepäckträgeraufnahmen.
Obwohl Rahmen und Gabel für Flat-Mount-Scheibenbremsen ausgelegt sind, setzen sie auf klassische Schnellspanner anstelle von modernen Steckachsen.
(Bildnachweis: Warren Rossiter / Ourmedia) Die reflektierende Lackierung des Sirrus leuchtet hell im Dunkeln.
Die "Integrated Reflectivity"-Lackierung von Specialized ist eine clevere Idee. Sowohl der Lack als auch die Grafiken enthalten reflektierende Elemente. Das bedeutet, dass das Velo im Scheinwerferlicht aus jedem Winkel leuchtet.
Dieses zusätzliche Sicherheitselement ist grossartig. Es ist daher erfreulich, dieses Feature an einem erschwinglichen Velo wie dem Sirrus X 2.0 zu sehen.
Specialized Sirrus X 2.0 Geometrie
Die Fitness-Geometrie sorgt dafür, dass das Sirrus an der Front etwas höher und insgesamt etwas kürzer ausfällt als traditionelle Rennvelos. Sie lässt sich sowohl von Mountainbikes als auch von Endurance-Rennvelos inspirieren. Auch die Lenkerhöhe ist höher, da der Flatbar-Lenker im Vergleich zu einem Standardlenker eine Erhöhung von 15 Millimetern aufweist.
XXS
XS
S
M
L
XL
Kurbellänge
165mm
165mm
170mm
170mm
175mm
175mm
Lenkerbreite
680mm
680mm
680mm
680mm
680mm
680mm
Vorbaulänge
60mm
60mm
70mm
80mm
90mm
100mm
Sattelbreite
155mm
155mm
155mm
143mm
143mm
143mm
Sattelstützenlänge
300mm
300mm
350mm
350mm
400mm
400mm
Stack
536mm
555mm
563mm
593mm
608mm
633mm
Reach
373mm
388mm
393mm
398mm
402mm
414mm
Steuerrohrlänge
121mm
139mm
147mm
175mm
191mm
217mm
Steuerrohrwinkel
69.5°
70°
70°
71°
71°
71°
Tretlagerhöhe
288mm
288mm
288mm
288mm
288mm
288mm
Tretlagerabsenkung
70mm
70mm
70mm
70mm
70mm
70mm
Nachlauf
79mm
76mm
76mm
69mm
69mm
69mm
Gabellänge (gesamt)
395mm
395mm
395mm
395mm
395mm
395mm
Gabelvorlauf/Offset
51mm
51mm
51mm
51mm
51mm
51mm
Front-Center
606mm
623mm
631mm
636mm
645mm
665mm
Kettenstrebenlänge
440mm
440mm
440mm
440mm
440mm
440mm
Radstand
1036mm
1053mm
1061mm
1067mm
1076mm
1096mm
Oberrohrlänge (horizontal)
532mm
552mm
560mm
574mm
582mm
602mm
Überstandshöhe
702mm
725mm
755mm
785mm
815mm
837mm
Sitzrohrlänge
360mm
395mm
440mm
470mm
510mm
530mm
Sitzrohrwinkel
73.5°
73.5°
73.5°
73.5°
73.5°
73.5°
Specialized Sirrus X 2.0 Spezifikationen
(Bildnachweis: Scott Windsor / Ourmedia) Das Sirrus verfügt über ein grossartiges Cockpit, das ihm viel Mountainbike-ähnliches Handling verleiht.
Der Aufbau des Sirrus X kombiniert Schalthebel, Kassette und Schaltwerk aus der Shimano CUES-Reihe mit einer Prowheel-Kurbelgarnitur. Die Übersetzungskombination aus einem Kettenblatt mit 42 Zähnen und einer Kassette mit 11 bis 46 Zähnen bietet eine grosse Bandbreite.
Die Prowheel-Kurbelgarnitur verwendet ein klassisches Vierkant-Tretlager, was im Vergleich zu einigen modernen Systemen etwas einfach wirkt. Es weist einen breiteren Q-Faktor (den Abstand zwischen den Pedalzentren) auf, fühlt sich aber auch bei starkem Treten absolut steif genug an.
Die Bremskraft wird von hydraulischen Promax F1-Scheibenbremsen mit 160-Millimeter-Bremsscheiben (Sechsloch-Aufnahme) vorne und hinten geliefert.
Die Laufräder verfügen über doppelwandige Aluminiumfelgen mit einer grosszügigen, reifenfreundlichen Innenbreite von 21 Millimetern. Sie sind mit Sechsloch-Aluminium-Naben für Schnellspanner kombiniert und mit den hauseigenen, schnellen Pathfinder-Gravel-Reifen in einer Breite von 40 Millimetern bestückt.
(Bildnachweis: Scott Windsor / Ourmedia) Die Pathfinder-Reifen verleihen dem Sirrus zusätzliche All-Road-Fähigkeiten.
Wie bei allen Velos von Specialized stammen auch die Anbauteile komplett von der Eigenmarke. Vorne ist ein 680 Millimeter breiter Lenker mit 15 Millimetern Erhöhung und anschraubbaren Specialized Neutralizer-Griffen an einem 3D-geschmiedeten Vorbau montiert. Hinten wird eine schlichte Aluminium-Sattelstütze mit 12 Millimetern Versatz durch den Bridge Sport Sattel von Specialized abgerundet.
Specialized Sirrus X 2.0 Fahreindrücke
(Bildnachweis: Scott Windsor / Ourmedia) Das Sirrus 2.0 ist ein urbanes Velo mit hervorragendem Handling.
Auch wenn das Sirrus X 2.0 preislich in einer bestimmten Kategorie angesiedelt ist, verschmilzt hier alles zu einem grossartigen Fahrerlebnis. Sobald man aufsteigt, beeindruckt es mit seinem spritzigen und spassigen Fahrgefühl.
Das Sirrus X bringt jede Menge Fahrspass mit sich. Es macht extrem viel Spass, es in die Kurven zu werfen, durch Lücken im Verkehr zu zischen, den einen oder anderen Bordstein mitzunehmen und eine Abkürzung querfeldein zu wählen.
Es fühlt sich unter den verschiedensten Bedingungen wohl. Es ist ein echtes Velo für alle Untergründe, das man problemlos an Orte mitnehmen kann, an denen traditionelle Stadt-Velos an ihre Grenzen stossen.
Die grosse Übersetzungsbandbreite bietet einen leichten Klettergang für die steilsten städtischen Anstiege und eine ordentliche Endgeschwindigkeit durch das 11er-Ritzel in Kombination mit dem 42er-Kettenblatt.
Mit nur neun Gängen gibt es einige grössere Sprünge zwischen den Gängen, besonders bei den grösseren Ritzeln. Für urbane Fahrten und das Pendeln ist eine effiziente Gangabstufung jedoch oft zweitrangig. Viel wichtiger sind die passenden Gänge, um in der Stadt voranzukommen – und diese bietet das Sirrus definitiv.
Die Schaltung ist zuverlässig, und das Narrow-Wide-Kettenblatt auf der günstigeren Prowheel-Kurbelgarnitur hält die Kette auch auf unebenem Terrain hervorragend in Zaum. Ebenso bieten die Promax-Bremsen eine souveräne Bremskraft, auch wenn das absolute Feingefühl teurerer Bremssysteme vielleicht etwas fehlt.
Specialized Sirrus X 2.0 Fazit
Selbst wenn man die leichten Schwächen in der Ausstattung berücksichtigt, bietet das Sirrus X schlichtweg enormen Fahrspass.
Das Handling ist messerscharf und dennoch vertrauenserweckend. Es lädt förmlich dazu ein, schneller zu fahren. Dank seines grossartigen Fahrgefühls (und der Reifen) meistert dieses Velo auch Terrain weit abseits der üblichen urbanen Strecken.
Auch wenn es in puncto Preis-Leistung oder Ausstattung nicht alle Rekorde bricht, ist das Sirrus X 2.0 der unangefochtene Sieger, wenn es um Fahrspass geht. Das Handling macht selbst die langweiligste Besorgung in der Stadt aufregend und verwandelt dein Pendeln in ein echtes Abenteuer. Wenn du möchtest, kannst du damit eine Abkürzung über einen Trail nehmen, durch den Verkehr schneiden, ein paar Treppenstufen herunterfahren und Kurven elegant abkürzen.
Die kleinen Schwächen lassen sich leicht verzeihen, da der Spassfaktor extrem hoch ist. Dennoch könnte ein Upgrade auf das Sirrus X 3.0 in der EQ-Spezifikation (circa 1'250 CHF) sehr verlockend sein, da bei diesem Modell Schutzbleche, Beleuchtung und ein Gepäckträger bereits zur Serienausstattung gehören.$
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