Deuter Compact 14+3 Rucksack im Test: Gut verarbeitet, bequem und praktisch auf und abseits des Velos
Wenn du deine Ausrüstung für den Tag lieber auf dem Rücken trägst, ist der Deuter Compact 14+3 gut verarbeitet, bequem und durchdacht.
Veröffentlicht vor etwa 17 Stunden
Deuter Compact 14+3 Rucksack im Test: Gut verarbeitet, bequem und praktisch auf und abseits des Velos
Die deutsche Marke Deuter gibt es schon seit weit über 100 Jahren und sie bietet ein riesiges Portfolio an Wander-, Camping- und Outdoor-Produkten. Bekannt ist sie vor allem für ihre Rucksäcke.
Es gibt spezielle Rucksäcke für fast jeden Sport und Anlass, und so natürlich auch eine Vielzahl von Modellen für den Einsatz auf dem Velo. Der Compact 14+3 liegt von der Grösse her in der Mitte des Sortiments und richtet sich an Mountainbiker, Gravel-Fahrer und Pendler. Er bietet genug Kapazität für einen ausgiebigen Tagesausflug, aber wahrscheinlich nicht ganz genug Platz für mehrtägige Touren.
Viel Platz für lange Tagesausflüge (Bildnachweis: Andy Jones)
Ob ein Rucksack oder eine Velo-Tasche besser ist, ist eine persönliche Entscheidung und hängt stark von der Art der Fahrt und dem spezifischen Einsatzzweck ab. Bei technisch anspruchsvolleren Fahrten ist ein Rucksack oft die bessere Wahl, da zusätzliches Gewicht am Velo (insbesondere eine grosse, schwere Satteltasche) das Fahrverhalten negativ beeinflussen kann. Bikepacking-Taschen eignen sich hingegen besser für längere Fahrten in einfacherem Gelände, bei denen ein Rucksack unbequem werden könnte. Kleinere Fahrer müssen möglicherweise auch auf einen Rucksack zurückgreifen, wenn ihr Rahmen keinen Platz für eine Rahmentasche bietet. Zudem schätzen viele Pendler die Vielseitigkeit und den Komfort eines Rucksacks, besonders wenn der Weg auch Fusswege oder Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln beinhaltet.
Konstruktion
Wie man es angesichts der langen Unternehmensgeschichte erwarten darf, ist der Compact 14+3 sehr gut verarbeitet und durchdacht, mit vielen nützlichen Details. Wie der Name schon sagt, hat der Rucksack ein Fassungsvermögen von 14 Litern. Das Hauptfach lässt sich jedoch durch Öffnen eines 360°-Reissverschlusses um weitere 3 Liter erweitern. Das bedeutet, dass kleinere Lasten für eine bessere Stabilität nah am Rücken getragen werden können, während bei Bedarf immer noch Platz für zusätzliche Ausrüstung bleibt.
Das Deuter Airstripes-Rückensystem besteht aus weichem, offenem Mesh über festem Schaumstoff mit Belüftungsrillen auf beiden Seiten der Wirbelsäule und einem grossen, offenen Kanal in der Mitte für die Luftzirkulation. Die Innenseite der Träger verwendet dasselbe weiche, gepolsterte Mesh, während die Aussenseite der Träger eine kleine Lasche zur Befestigung einer Sonnenbrille aufweist. Neben einem Brustgurt mit integrierter Pfeife gibt es einen gepolsterten Hüftgurt mit je einer Reissverschlusstasche auf beiden Seiten.
Das weiche, offene Mesh ist bequem und atmungsaktiv (Bildnachweis: Tim Russon)
Die Aussenseite des Rucksacks ist recht schlicht gehalten. Es gibt zwei ausreichend tiefe Stretch-Netztaschen für Trinkflaschen, eine Reissverschlusstasche im Lendenbereich und zwei Kompressionsriemen. Diese Riemen können sowohl zur Befestigung eines Helms (Fullface oder normal) als auch zur Stabilisierung der Ladung verwendet werden. Zusätzlich befindet sich in einer Reissverschlusstasche am Boden des Rucksacks eine gut sichtbare Regenhülle.
Die Riemen können zum Tragen eines Helms verwendet werden (Bildnachweis: Andy Jones)
Ein langer, U-förmiger Reissverschluss ermöglicht den Zugang zum Hauptfach, in dem sich ein Fach für eine Trinkblase befindet (und das um 3 Liter erweitert werden kann). Im Inneren dieses Fachs ist ein Panel aufgedruckt, das einige Sicherheits- und Erste-Hilfe-Massnahmen erklärt – eine nette Idee, auch wenn man sich im Ernstfall wohl besser nicht nur auf den Rucksack verlässt.
(Bildnachweis: Tim Russon)
Das kleinere Fach enthält eine Reissverschlusstasche mit Schlüsselclip, zwei Taschen in Portemonnaie- oder Smartphone-Grösse und zwei tiefere Netztaschen. Alles ist sehr schön und hochwertig verarbeitet. Das angegebene Gewicht liegt bei 860 g, in der Realität wiegt er jedoch eher rund 915 g. Es ist nur eine Rückenlänge verfügbar, was bei Rucksäcken dieser Grösse normal ist. Er ist in drei Farben erhältlich: Ink-Ashrose, Graphite-Shale und Savanna-Dune.
Im Einsatz
Der Transport von Ausrüstung auf dem Velo ist immer ein kleiner Kompromiss. Mit 14 bzw. 17 Litern zielt der Deuter Compact eher auf abenteuerliche Tagesausflüge ab als auf kurze lokale Runden oder mehrtägige Touren – auch wenn das natürlich davon abhängt, wie viel Gepäck man dabeihat. Auf Gravel- und Mountainbike-Fahrten sowie bei Erledigungen in der Stadt erweist er sich als absolut zuverlässig. Obwohl Deuter ihn nicht explizit als Pendler-Rucksack vermarktet (ihm fehlt ein spezielles Laptopfach), eignet er sich dennoch hervorragend, um Werkzeug, Ersatzteile, Arbeitskleidung und ein Mittagessen ins Büro zu transportieren.
Der Rucksack sitzt tief genug, um nicht störend zu wirken (Bildnachweis: Andy Jones)
In der Praxis ist er recht unauffällig, bequem und liegt eng an. Die Träger halten ihn stabil an Ort und Stelle und verhindern, dass er bei steileren Abfahrten gegen den Hinterkopf oder den Helm stösst. Das Rückenteil ist so atmungsaktiv, wie man es von einem Rucksack erwarten kann. Das heisst, es ist zwar nicht so luftig wie ganz ohne Rucksack zu fahren, aber ausreichend belüftet, sodass man nicht unangenehm schwitzt. Es ist ein grosser Vorteil, die Ausrüstung nicht streng rationieren zu müssen, besonders an Tagen mit wechselhaftem Wetter, an denen Kälte oder Regen ein Thema sind. Die Innentaschen eignen sich hervorragend, um die Ausrüstung zu organisieren und schmutziges Werkzeug von sauberer Wechselkleidung fernzuhalten. Selbst wenn der Erweiterungsreissverschluss nicht bei jeder Fahrt genutzt wird, ist das Potenzial für zusätzliche Kapazität äusserst praktisch.
Bequem auf und abseits des Velos (Bildnachweis: Andy Jones)
Der Rucksack lässt sich auch wunderbar als allgemeine Tasche für Reisen verwenden. Das Design und das Tragesystem sind so vielseitig, dass er sehr bequem bleibt und auch im Zug oder in der Innenstadt eine gute Figur macht.
Preis-Leistung und Fazit
Tatsächlich ist diese Vielseitigkeit die grösste Stärke des Compact 14+3. Viele Velo-Taschen wirken abseits des Velos etwas deplatziert, aber der Deuter lässt sich problemlos überall einsetzen. Mit einem Preis von rund 130 CHF ist er sehr preiswert, wenn man bedenkt, dass viele Bikepacking-Taschen ähnlicher Grösse mehr kosten und weniger Vielseitigkeit bieten.
Hochwertige Verarbeitung und Vielseitigkeit machen den Compact 14+3 zu einer guten Wahl (Bildnachweis: Andy Jones)
Ein Rucksack dieser Grösse ist eine grossartige Option, wenn man auf Touren ein paar zusätzliche Kleidungsschichten oder extra Proviant mitnehmen muss und eine Trikottasche oder eine kleine Satteltasche einfach nicht ausreicht. Ob man bei solchen Gelegenheiten besser einen Rucksack oder eine grosse Bikepacking-Tasche verwendet, bleibt jedem selbst überlassen – aber mit einer Bikepacking-Tasche kann man eben schlecht nach der Fahrt ins Fitnessstudio gehen! Der Rucksack überzeugt auf ganzer Linie, denn er hält, was er verspricht, und das zu einem vernünftigen Preis. Ob er die richtige Wahl für deine Gravel-Touren ist, liegt ganz bei dir.
Autor Tim Russon: Tim Russon ist Autor und Fotograf und seit über 20 Jahren in der Outdoor- und Velobranche tätig. Er kann sich nicht daran erinnern, jemals kein Velo gehabt zu haben, und besitzt Rennvelos, Gravelbikes, Mountainbikes und Retro-Velos. Am liebsten fährt er in den Dolomiten, einer atemberaubenden Region mit wunderschönen Aussichten und fantastischen Strassen, kombiniert mit köstlichem Essen und grossartigem Wein.
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